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Insights

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musicmapworld

In our connected world, people everywhere tend to enjoy the same top hits, as we can tell by looking at the top song in each country.

But when most travelers visit another place, they don’t seek out the same food they eat at home, even if they can find it. We travel to experience what makes a place different, and special, by sampling local specialties.

Let’s try the same approach with music, on a big map of the world. You can click any of nearly a thousand cities to hear a playlist of the music that is most distinctively enjoyed there.

Ursprünglichen Post anzeigen 1.436 weitere Wörter

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Chemnitz – Warum ich auf der rechten Seite stehe (und das für mich nicht Gewalt und Hass bedeutet)

Mich hat viel bewegt, als ich die Ereignisse in Chemnitz verfolgt habe. Dazu möchte ich gerne mit ein paar Gedanken an euch richten. MEIN ARTIKEL.  Letzte Änderung: 07.09.2018

Was ist passiert ?

In mitten eines Volksfestes kippt die Stimmung in Chemnitz abrupt, als in der Nacht zum 26. August mutmaßlich ein Syrer und ein Afghane einen Deutschen mit mehreren Messerstichen ermorden. Unsicherheit und viele Gerüchte machen Runde, die bürgerliche Mitte geht auf die Straße, das rechte politische Lager ebenfalls, die Presse berichtet darüber. Protest organisiert sich. Das #wirsindmehr Konzert findet in Chemnitz statt.

Reaktionen

In den darauffolgenden Tagen nach der Gewalttat gehen hunderte Chemnitzer unterschiedlichster Milieus auf die Straßen. Dabei kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen, die die Polizei nur mühsam unter Kontrolle bekam. Die Bundesregierung bestätigt das bei den Aufruhren einen rechten Mob gab, Ministerpräsident Michael Kretschmer widerspricht. Ob es ihn gab oder nicht, neben diesem Mob gab es aber noch tausende Bürger, die die Gelegenheit genutzt haben ihre Trauer, ihre Ängste und ihre Wut öffentlich zu zeigen. Eine Reaktion menschlich und emotional, die zeigt „wir sind noch am Leben“, wir nehmen Anteil an allem was hier passiert ist. Und das ist gut, den so wird Aufmerksamkeit erzeugt. Das ist die Basis auf der Gespräche aufgebaut werden können.

Viel Sachen hätten auch schon früher passieren können. Nur bei einem größerem Ereignis, wie bei einem Mord trauen sich auch die Zaghaften im Schatten der Trauer heraus. Bei vielen Bewohnern der postsowjetischen Bundesländer passiert die Politisierung im stillen Kämmerlein. Nur ist es für die öffentliche Debatte besser seine Kritik kundtun, als seinen Unmut in sich rein zu fressen. Das drücken auch die Wahlergebnisse in den östlichen Bundesländern aus. Da wo früher eine solide CDU Basis den Freistaat regierte, haben vor allem seit der Flüchtlingswelle haben große Teile der Bevölkerung in einer neuen Kraft ihren Erlöser gefunden. Diese stärkt sich vor allem aus Angst und Protest.

Im Prinzip sind die Sachsen ein wohlgesonnenes Völkchen, nur verarschen darf man sie nicht. Es liegt praktisch in ihrer Vergangenheit, dass sie merken wenn Medien nicht mehr kritisch berichten, sondern propagieren, motivieren und erziehen wollen.1 Nicht dass, Erziehung keine gute Sache ist, nur sollte man die Ziele gemeinsam vorher abstecken. In dem Fall eine multikulturelle Wertegemeinschaft deutscher Nation zu stärken. Und das gilt es offen zu kommunizieren. Mit allen Vor- und Nachteilen, dann denke ich sogar, dass sich viele davon begeistern lassen würden. Das wurde aber ab den Jahren der Flüchtlingswelle so nicht wahrgenommen. „Die Propagierung der Willkommenskultur mit Schärfe, die einherging mit der Ausgrenzung und Diffamierung von deren Kritikern, und der Konformitätsdruck, der in den Medien erzeugt wurde und wird, erinnerten viele an die DDR.“1 Das erzeugt Protest. Protest aus Angst ihre neu liebgewonnene Heimat zu verlieren. Die Angst als „Nazi“ und „rechts“ beschimpft zu werden, ist durch die darauffolgende Ächtung groß. (Deswegen verzeiht mir auch meinen etwas reißerischen Titel, den das ist mein Kampf gegen die Nutzung des Begriffes als Stigmatisierung)

Aber das ist was Chemnitz uns zeigt, dass jetzt ist eine offene, unvoreingenommen Fakten-basierende Debatte notwendig ist um Lösungen zu suchen.

Den Leute als Nazis auszulachen, diffamieren und abstempeln hilft nicht. Es ist notwendig Teile der Bevölkerung die verlorenen gegangen sind oder noch nicht überzeugt von einer Migrationspolitik, weil auf dieses Thema scheint es sich zu beschränken, zu überzeugen.

Einen deutschen Traum

Ich selbst sehe einen deutschen Traum, einen multikulturellen, einen humanitären, einen europäischen Traum. Einen #germandream. Allerdings bin ich jung, viel gereist und habe viele deutsche Freunde mit Migrationshintergrund. Das macht mich nicht immun, aber weitaus empfänglicher für eine solche Vision. Das ist aber nicht der Regelfall in Ostdeutschland. Ab einem bestimmten Alter, in bestimmten Gegenden kennt man nur den Dönerhausinhaber und den netten Kellner vom Türkeiurlaub, sonst sind die Flüchtlinge die ersten Ausländer im Ort. Und dort prallen dann manchmal verschieden Kulturen aufeinander. Und um dieses Aufeinandertreffen der Kulturen zu einem erfolgreichen werden zu lassen, ist es wichtig die Fahrtrichtung stärker zu definieren. Die Integration stärker zu fördern und Strafen konsequenter ahnden. So kann der Staat einer vorgeworfenen Ohnmacht vorbeugen, Selbstbewusst agieren, Gegner den Fahrtwind nehmen und Geflüchtete erfolgreich in die Gesellschaft integrieren.

Schlussfolgerung:

Weg von dem Denken: links sind guten Menschen und rechts sind die Bösen. Dazu fällt mir der Andorra-Effekt ein, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, die besagt, dass sich Menschen oft an die Beurteilungen, die sie durch die Gesellschaft erfahren, anpassen. Der Betroffene wird allmählich zu jemandem anderem gemacht.11 Damit kann dieses schwarz-weiß denken viel Schaden anrichten. Was zählt sind offene Debatten mit lösungsorientierte Ansätzen. Deswegen werde mir demnächst mal die Sammlungsbewegung von Sarah Wagenknecht unter die Lupe nehmen. Ich fordere eine Verbesserung in beiden Richtungen der Migrationspolitik. Ich fordere mehr Konsequenz bei Abschiebungen. Nach jetzigem Stand ist der mutmaßliche Täter überfällig gewesen. Genauso sollten aber auch wir uns mehr auf Immigranten einstellen zu zugehen. Nicht nachlassen bei den Programmen zum Deutsch lernen, für die Berufsausbildung und eine chancenreiche Zukunft. Man sollte Ostdeutschland und Sachsen genauso differenziert betrachten, wie man es auch von jedem anderen Thema kennt und fordert. Verständnis zeigen, dass es in Ostdeutschland wohl noch etwas dauern wird und genauso an produktiven Lösungen mitarbeiten. Die Politik sollte sich für alle Unterstützer dankbar zeigen. Man kommt im Moment nicht drum herum sich in der Migrationspolitik das nötige Vertrauen zurück zugewinnen. Dann kann sich die Politik sich auch wieder auf andere wichtige Bereiche wie Altersarmut, Chancengleichheit und Bildung konzentrieren.


Interessante Links, Interviews und meine Quellen die mich inspiriert haben:

1 – https://www.nzz.ch/feuilleton/alles-beginnt-mit-herkunft-weshalb-ostdeutschland-sich-zur-provokation-entwickelt-ld.1415437

2 – https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-08/mordfall-in-chemnitz-messerattacke-mann-getoetet-rechtsradikalismus-faq

3 – https://www.ksta.de/politik/-wirsindmehr-konzert-in-chemnitz-ein-drahtseilakt-zwischen-protest-und-event-tourismus-31212166#

4 – youtube.com/watch?v=MDU1vo0Tz6A

5 – youtube.com/watch?v=40RN37g9IZA

6 – http://www.spiegel.de/politik/deutschland/chemnitz-mutmasslicher-taeter-yousif-a-sollte-abgeschoben-werden-a-1225820.html

7 – https://www.n-tv.de/politik/Dialog-mit-einer-gespaltenen-Stadt-article20600084.html

8 – http://www.spiegel.de/politik/deutschland/michael-kretschmer-in-chemnitz-ministerpraesident-von-sachsen-im-kreuzverhoer-a-1225828.html

9 – https://www.welt.de/politik/deutschland/video181372426/Franziska-Giffey-in-Chemnitz-Wir-gehen-hin-wir-hoeren-zu-wir-verurteilen-niemanden.html

10 – youtube.com/watch?v=YIJalgb4fOg&feature=share

11 – http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/chemnitz-berichterstattung-warum-auslaenderfeindlichkeit-das-falsche-wort-ist-a-1226620.html#ref=nl-dertag

Rundbrief Nummer 4 – Rural Ruben in Galicien

Hallo Leute,

wie geht’s euch? Mir soweit prima. Hier werde ich euch mal mittweilen, was es Neues aus den Wochen 7,8,9 und 10 gibt.

Festa do Esquecemento

Jetzt an einem Augustwochenende wurde in Xinzo de Limia das Fest des Vergessens, oder auch Festa do Esquecemento genannt, gefeiert. Es erinnert an die Sage, dass man bei dem Übertritt des Flusses Limia sein Gedächtnis verliert. Davor sollen sich auch die Römer 138 v. Chr. gefürchtet haben, als Sie das Land einnehmen wollten. Dieser Legende setzte der römische Feldherr Decimus Iunius Brutus Callaicus ein Ende, als er die Namen aller seiner Legionäre aufzählte. Für dieses alljährliche Fest wird die ganze Stadt das Bühnenbild eines großen Spektakels. Auf den Straßen gibt es altertümliche Marktstände, traditionell schlafen die Jugendlichen verkleidet als Römer oder Kelten in Zelten am Stadtrand und zur Belustigung gibt es kultische Gesänge und Gladiatorenkämpfe. Ich glaube tatsächlich, dass ein Teil dieser keltisch-römische Kultur bis heute erhalten geblieben ist, denn nur so kann ich mir erklären, dass mich das Leben in der Stadt an einem Asterix & Obelix Comic erinnert.

Festa do Esquecemnto

Arbeit

Meine Arbeiten sind breitgefächert und bereiten mir viel Freude. Dazu gehören Kinder betreuen, Aktivitäten mit Senioren, Essen ausfahren, sauber machen und Tiere füttern. Es gab einen Tag, da habe ich morgens mit Kindern eine Wanderung gemacht, mittags mit Senioren ein Lied einstudiert und abends habe ich auf die Wikipedia Seite eines Freundes geschaut. Da kam mir ein Gedanke wie ein Blitz auf: „Ich werde Lehrer“. Mittlerweile hat sich der Gedanke über den Bereich etwas diversifiziert und jetzt will ich der Frage nachgehen, was genau mir Freude bereitet hat und welche beruflichen Möglichkeiten es dazu gibt. Der soziale Bereich gefällt mir sehr gut, neben Lehrer könnte ich mir auch gut einen Job im Umgang mit Senioren oder der Integration von Geflüchteten vorstellen.

 

Sprache

Einen Abend bin ich mit dem Volontär Javier und seinen Freunden am Wochenende durchs nächtliche Xinzo gezogen. Das hat echt Spaß gemacht, wir sind durch die Bars gezogen und haben Witze gemacht. Alle haben wegen mir Englisch geredet. Ein schönes Gefühl, hab mich geehrt gefühlt. Aber die gesprochene Sprache ist ein zweischneidiges Schwert. Die, die in Englisch unsicher sind haben wenig bis gar nichts gesagt. Ich habe sozusagen passiv mit meiner Anwesenheit auch die Konversationen untereinander unterbunden und funktioniert in so einer Runde nur kurzfristig. Falls aber alle Galizisch oder Spanisch reden würden, würde ich kaum etwas verstehen und würde mir Fehl am Platze vorkommen. Jeder meiner Gesprächspartner muss viel Rücksicht mit mir haben, wenn ich etwas verstehen soll. Die Frage ist immer wieviel mir jemand entgegenkommt oder und ich bereit bin ihm abzuverlangen. Deshalb habe ich das Gefühl bei bestimmten Konversationen ausgegrenzt werde und/oder isoliere mich aber zum Teil ein Stück weit selber. Am liebsten wäre mir es, jemand sagt erst das Spanische und danach das Englische oder beschreibt den Begriff, aber so kommt keine ausgeglichene, und vor allem schnelle und effektive Konversation auf Augenhöhe zu Stande. So fruchtet meine Neugier und Wissendurst nach Sprache und Sprichwörtern, ein ständiger Begleiter auf Arbeit und in der Freizeit, vor allem wenn er auf geduldige Ohren stößt.

Rural Ruben auf dem Campamento de Lodoselo

Xinzo de Limia

Ich habe mich mit der Geschichte von Xinzo de Limia beziehungsweise Galicien befasst. Sehr interessant und genauso schattig und rätselhaft. Dazu habe ich auch drei Ereignisse rausgesucht, deren Ursprünge schon etwas länger her sind, sie aber in irgendeiner Weise die Gegenwart tangieren.


Seit dem 1 Jhd. vor Christus als die Römer hier in das Gebiet von keltisch besiedelten Stämmen kamen, lebten die Menschen hier von Fischerei und Landwirtschaft. Meine Stadt Xinzo de Limia ist vor allem für die vielen Kartoffelfelder bekannt, deshalb trägt sie den Spitznamen „Patata de Xinzo“. Grundlage dafür hat Francisco Franco gelegt, der faschistische Führer Spaniens, der mit dem Projekt „Terra Nova“ die Seen rund um Xinzo trocken legen lassen hat um Platz für Landwirtschaft zu schaffen. Aktuell gibt es in Spanien eine Debatte darüber, ob seine Gebeine von seinem öffentlich zugänglichem Mausoleum an einen weniger verherrlichenden Ort gebracht werden sollen (Link 1) Franco stammte übrigens aus Galicien. Die abgelegene Lage der Provinz, führte im letzten Jahrhundert zu einer wirtschaftlichen Rückständigkeit. Es war eine sehr arme Gegend in der es zu Landflucht und zu Massenauswanderungen kam. (Link 2) Vorwiegend nach Südamerika, später ab den 60er Jahren vermehrt nach Westdeutschland. Die ruhige und küstennahe Lage haben Galicien zudem attraktiv für den Drogenhandel gemacht. In den 60er Jahren wurde auch ein Großteil der Drogen von Südamerika über die Fischerdörfer Galiciens nach Kontinentaleuropa geschmuggelt. Erst diesen Sommer wurde ein großer Drogenboss dieser Ära in der beschaulichen Hafenstadt Pontevedra festgenommen. (Link 3) Die Generation dieser Jahre wird auch als verlorene Generation („xeración perdida“) bezeichnet.

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Das war mein Ausflug in die etwas düstere Vergangenheit von Galicien, heute sieht die Lage Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs Spaniens in den 80er Jahren wieder anders aus. Schließlich sind, wie in meinem Altersheim, viele Leute in ihre angestammte Heimat zurückgekehrt. Und diese Gründe herauszufinden, bin ich gerade dabei…

Freizeit

Mit dem Einzug einer neuen Mitbewohnerin ist im August etwas Leben in unsere Volontärs-Wohnung gekommen. Denn sie brachte den spanischen Elan aus Barcelona mit um Feste zu besuchen, spanische Gerichte zu kochen und die Thermalquellen von Ourense zu besuchen. Super, dass sich daraus eine Freundschaft entwickelt hat. Leider ist ihr Praktikum schon um und jetzt heißt es wieder den Alltag mit meiner anderen Mitbewohnerin so gut wie möglich zu gestalten. Heute hatte ich den Eindruck, dass wir beide unser Bestes, der uns zur Verfügung stehenden Mittel für eine friedliche Koexistenz getan haben. Gar nicht so leicht mit einem Menschen aus einem anderen Land, mit anderem Geschlecht und verschiedenem Charakter zusammen zu arbeiten, zusammen zu wohnen und zusammen seine Freizeit zu verbringen. Ist nicht leicht! Aber wir sind darauf angewiesen, denn schließlich sind wir sind hier Volontäre am westlichen Ende der Welt (bis dato 1492).

Rural Ruben in Xinzo de Limia auf dem Plaza Maior

Zu meinen Beschäftigungen wie Lesen sind jetzt auch noch Handstand üben (oder besser: versuchen) und kochen dazu gekommen. Ausflüge habe ich nach Allariz und auf das Reina Loba Festival gemacht. Durch meine Arbeit mit Menschen ist es ein schönes Gefühl durch die Stadt zu gehen und eigentlich immer jemanden zu treffen der einen kennt. Ich denke auch, dass ich mit den marokkanischen Jungs vom Bolzplatz noch ab und zu mal eine Runde Fußball spielen werde.

Da meine vorangegangen E-Mails leider nicht alle erreicht haben, werde ich jetzt unterschiedliche Formen nutzen mich bemerkbar zu machen.

Den nächsten Rundbrief wird es voraussichtlich Ende September geben. Falls ihr Anregungen habt, über bestimmte Eindrücke gerne etwas wissen wollt oder Fragen habt, gebt mir einfach Bescheid.

Beste Grüße,

Ruben

 

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